Es ist kaum zu glauben wie die Zeit vergeht, vor etwas mehr als 11 Jahren ist Roxana eingezogen. Es ist fast wie gestern, als ein kleines, etwas verschrecktes Fellknäuel in meiner Küche in der Ecke saß, sich nicht recht auskannte, und darauf wartete, dass wir sie wieder „nach Hause“ bringen. Aber sie war schon als kleiner Welpe sehr abenteuerlustig und eine Entdeckerin und fing schnell damit an, ihr neues zuhause „zu entdecken“.


Viel verändert hat sich daran in der Zwischenzeit nicht. Ich weiß nicht, ob es an der Rasse liegt oder an ihrem besonderen Wesen. Jedenfalls, ihr Alter kann man weder an ihrem Aussehen, noch an ihrem Verhalten wirklich erkennen. Zumindest nicht, wenn man nicht mit ihr zusammenlebt.


Sie hatte bereits als junger Hund einen grauen Fleck um die Nase, der ist geblieben, ansonsten zeigt sich, anders als bei mir, noch kein graues Haar. Wenn man sie gut kennt, merkt man, dass sie in den letzten Jahren – zumindest ein wenig – besonnener geworden ist. Ihre große Leidenschaft, das Jagen, hat sie zwar nicht abgelegt, aber heute darf sich auch ab und an ein Vogel bei uns im Garten aufhalten, Katzen gehen natürlich nach wie vor nicht, und auch die Motorräder meines Nachbarn sind immer noch ihre große Leidenschaft. Aber ich beobachte manchmal, dass sie heute, im Gegensatz zu früher, doch wenigstens manchmal überlegt, ob sich die Jagd lohnt … manchmal wenigstens …

leben mit einem älteren Hund


Roxana ist mutiger und sensibler geworden. Eigentlich ein Widerspruch, aber anders kann ich es nicht ausdrücken. Zum Beispiel unser Dauerthema: Schwimmen. Vor ein paar Jahren noch hat sie keinen Schritt ins Wasser gemacht, obwohl wir am See wohnen und der Gassiweg auch am See entlang führt. Der Bauch durfte nicht nass werden, das war Gefahrenstufe rot. Ich habe einiges versucht, ihr das Baden, vor allem an heißen Tagen, schmackhaft zu machen, ohne Erfolg. Plötzlich, vor zwei oder drei Jahren hat sie sich überwunden und begonnen, selbst ins Wasser zu gehen, nicht zu tief, aber immerhin, es macht ihr Spaß. So hat macht sie heute mehr und mehr Dinge, die sie früher verunsichert haben.


Auf der anderen Seite war sie als junger Hund schon geräuschempfindlich. Je älter sie wurde, desto mehr stören sie laute Geräusche, Knall und Donner. Sylvester ist mittlerweile der Supergau, aber auch bei Sommergewittern ist Panik angesagt. Sie kann nichts dafür, sie kann nicht aus ihrer Haut, und es tut mir leid, dass ich ihr nicht besser helfen kann. Ich habe immer gehofft, dass sie mit der Zeit bemerken wird, dass ihr diese Geräusche nichts anhaben können, leider vergeblich.


Je älter sie wird, desto empfindlicher wird ihre Verdauung. Fett und tierisches Protein wird nicht mehr so gut vertragen und sie schätzt Futter und Leckerlies mit intensivem Geschmack, vor allem Pferdefleisch ist der Renner. Ich denke, das ist wohl ähnlich wie bei uns Menschen, dass das Essen im Alter leicht verdaulich und geschmacksintensiv sein muss.


Wir hatten schon immer eine starke Bindung, sie ist meine Seelentrösterin, Begleiterin und mein guter Geist. Ich arbeite nachmittags und sie bleibt ohne Probleme ein paar Stunden alleine, aber seit sie älter wird schätzt sie es immer mehr, Gesellschaft zu haben. Sie hat zwar immer noch kein wirkliches Interesse an ihren Artgenossen, liebt aber „menschliche“ Besucher und freut sich, wenn Gäste kommen. Hat sie das früher nicht wirklich interessiert, bleibt sie mittlerweile dabei und beobachtet alles mit großem Interesse.


Ich freue mich auf die nächsten Jahre und bin gespannt, was sie uns bringen werden, wie und ob sich Roxana verändern wird. Ob aus ihr eine besonnene, grauhaarige Prinzessin oder eher ein ältere Rockerlady wird. Sicher ist bei ihr weder das eine noch das andere, vielleicht auch eine Mischung aus beidem. In jedem Fall aber mein Seelenhund!

Roxana mit 11 Jahren

 

grauhaarige Prinzessin oder ältere Rockerlady

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